Das Pädagogische Konzept der Gesamtschule Potsdam

Pädagogisches Leitbild

Die Herausforderungen von Schule liegen in heutiger Zeit darin, den Schülern eine wissenschaftlich-fachliche Grundbildung, sowie methodische und personale Kompetenzen für ihren weiteren schulischen und beruflichen Werdegang zu vermitteln und sie darin zu befähigen, selbständig und eigenverantwortlich Entscheidungen für ihre individuelle Lebensgestaltung zu treffen. Somit sind Bildungs- und Erziehungsaufgaben untrennbar miteinander verbunden.
Indem man Kinder darin bestärkt, eigene Entscheidungen zu treffen, mit den daraus resultierenden Konsequenzen umzugehen und diese als Ergebnis dieser Selbständigkeit wahrzunehmen und zu akzeptieren, lernen sie eigenverantwortlich und mit Vertrauen in sich selbst zu handeln.
Die Basis für die Entwicklung von Selbstvertrauen bildet ein wertschätzender Umgang miteinander. Dies gilt sowohl für den Umgang der Schüler untereinander, aber auch zwischen Schülern, Lehrern und Eltern. Was wir von unseren Schülern und Kindern einfordern, müssen wir ihnen vorleben und unserer Vorbildfunktion gerecht werden. Der Respekt vor anderen Menschen, das Wertschätzen der Leistung anderer und die Akzeptanz unterschiedlicher Positionen, Meinungen oder Lebensentwürfe ist ein wesentlicher Pfeiler unserer pädagogischen Arbeit.
Dadurch wollen wir dazu beitragen, dass unsere Schüler, sich ihrer Fähigkeiten und ihrer selbst sicher, ihre individuellen Zukunftschancen erkennen und die Grundlagen dafür ausprägen können, sich dabei aber auch ihre Verantwortung für die Gestaltung der Gesellschaft bewusst werden. Denn um den Herausforderungen der heutigen, globalisierten Welt zu begegnen und ihre Probleme anzugehen (und zu lösen), bedarf es einer auf Respekt gegründeten Grundhaltung im Umgang miteinander und der Kommunikation, die gegensätzliche Ansichten toleriert (gemäß dem lat. „tolerare“ – ertragen, aushalten, erdulden), um einen konstruktiven und lösungsorientierten Austausch zwischen den unterschiedlichen Positionen zu erreichen.

Pädagogische Ziele

Auf der Grundlage des pädagogischen Leitbildes ergeben sich für die Arbeit an der Gesamtschule Potsdam folgende Ziele:

Zu den vornehmlichen Aufgaben der Schule muss es gehören, die Schüler in die Lage zu versetzen, individuelle und gesellschaftliche Konflikte gewaltlos und im Gespräch auszutragen sowie Toleranz gegenüber anderen aufzubringen. Dazu gehört, dass man gegenüber anderen Schülern, Lehrern sowie den eigenen Eltern einen angemessenen und respektvollen Umgangston und eine der Situation und dem Gesprächspartner adäquate Wortwahl pflegt. Gegenseitige Achtung bildet die Basis für eine problemlösungsorientierte Kommunikation, die eine Voraussetzung für kooperative Arbeitsstrukturen der modernen Arbeitswelt darstellt. Das Einfordern und Durchsetzen dieses respektvollen Umgangstons, sowohl in Bezug auf die Wahl der Formulierungen als auch auf die Lautstärke hat deshalb oberste Priorität, weil dadurch auch ein Lernklima geschaffen wird, in dem sich jeder Schüler ohne Angst ausprobieren und seine Fähigkeiten weiterentwickeln kann.
Um den Anforderungen der künftigen Berufs- und Arbeitswelt gewachsen zu sein und die Schüler in die Lage zu versetzen, diese später mitgestalten und weiterentwickeln zu können, legen wir zudem ein besonderes Augenmerk auf kooperative und in Abhängigkeit vom Alter zunehmend selbständiger organisierte Lernformen, deren Ergebnisse und Prozesse die Schüler reflektieren und weiterentwickeln. Dies fördert die Kooperationsfähigkeit, aber auch die schon oben genannten  Werte wie Toleranz und Kritikfähigkeit, die für die Entwicklung von Kindern zu selbstbestimmten und selbstbewussten Menschen wichtig sind.
Die Schüler werden mit zunehmendem Lernalter als selbstverantwortlich ihren Lernprozess gestaltende Individuen angesehen. Sie sollen aber auch die Möglichkeit bekommen, beim Erschließen von Neuem, bisher Unbekanntem, beim Ausprobieren und der Suche nach Lösungsmöglichkeiten Fehler machen zu dürfen und diese als essentiell für den Entwicklungsprozess wahr- und anzunehmen. Die Schüler sollen lernen, kooperative Arbeitsformen zu organisieren und die damit verbundenen Arbeitsprozesse aktiv zu gestalten. Sie übernehmen Verantwortung für ihren Lernerfolg und den anderer, lernen in diesem Kontext aber auch, Verantwortung abzugeben und Vertrauen in die Arbeit ihrer Mitschüler zu setzen – Grundvoraussetzungen für den Erfolg kooperativer Arbeitsformen.